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Dichtheitsprüfung 2017-04-25T15:37:49+00:00

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Dichtheitsprüfung

Defekte Leitungen bedeuten nicht grundsätzlich, dass eine Baugrube erstellt werden muss, der geflieste Kellerboden aufgestemmt werden muss, oder ähnliches. Der heutige Stand der Technik erlaubt es uns, in Abhängigkeit vom Schadensbild, verschiedene Möglichkeiten für eine Sanierung in Betracht zu ziehen. Man spricht hier von den unterschiedlichen Verfahren einer „grabenlosen” Sanierung.

Undichte Hausanschlussleitungen stellen eine Gefahr für unsere Umwelt dar. Abwasserführende Leitungen müssen geschlossen und dicht sein. Sind Leitungen in einem System undicht, so kann Schmutzwasser aus der undichten Leitung austreten und verunreinigt Boden und Grundwasser. Damit kann auch die Qualität unserer Trinkwasserversorgung in Gefahr geraten.

Die Dichtigkeit muss aber auch gegeben sein, damit kein Grundwasser in eine defekte Leitung eintreten kann. Dieses würde sich mit dem Schmutzwasser vermischen und muss teuer in der Kläranlage entsorgt werden. Dadurch entstehen unnötig hohe Entwässerungsgebühren, die von allen Grundstückseigentümern gezahlt werden müssen.

Die entstehenden Kosten für eine Dichtheitsprüfung hängen sehr stark vom Umfang der privaten Abwasseranlage ab. Für die Prüfung der Schmutzwasserleitungen eines Einfamilienhauses ist mit Kosten von ca. 300 bis 500 Euro zu rechnen.

Die auszuführenden Arbeiten für eine Dichtheitsprüfung sollten in der Entwässerungssatzung jeder Kommune umfassend beschrieben sein und sollten entsprechend einer Handlungsempfehlung durchgeführt werden. Eine Dichtheitsprüfung umfasst folgende Arbeiten:

  • Reinigung
  • TV-Inspektion
  • Sanierung (falls notwendig)
  • Dichtheitsprüfung

Reinigung: Mit Beginn der Arbeiten werden alle Grundleitungen im Hochdruckspülverfahren gründlich gereinigt.

TV-Inspektion: Nach der Reinigung wird anschließend eine TV-Inspektion der Grundleitungen vorgenommen. Die Inspektion ist notwendig um einen Gesamteindruck vom Zustand der Leitungen und vom Verlauf der Leitungen zu erhalten. Die TV-Inspektion ist auch Grundlage für die Erstellung einer Lageplan-Skizze, falls keine aktuellen Verlaufspläne der Abwasserleitungen vorhanden sind.

Sanierung: Sollten schon bei der TV-Inspektion optisch Schäden erkennbar sein, geht man direkt in die Sanierung über. Beim heutigen Stand der Technik stehen mehrere Möglichkeiten der Sanierung zur Auswahl. In den seltensten Fällen ist die Sanierung in offener Bauweise, also Kellersohle aufschlagen etc., notwendig. Für die Beratung stehen wir zur Verfügung, mit geschultem Personal als zertifizierte Dichtheitsprüfer sowie mit einem zertifizierten Berater speziell für Grundstücksentwässerung.

Dichtheitsprüfung: Die eigentliche Dichtheitsprüfung erfolgt nach einer TV-Inspektion oder nach einer notwendig gewordenen Sanierung. Dieses Messverfahren bezeichnet man als Mengenverlustmessung und wird mit Wasser oder Luft durchgeführt. Die zu prüfenden Leitungen werden mit Wasser oder Luft befüllt. Im Zusammenhang mit der Prüfzeit und der zuvor berechneten erlaubten Verlustmenge wird ein eventueller Druckverlust gemessen. Wird der erlaubte Druckverlust nicht überschritten gilt die Dichtheitsprüfung als bestanden.

Ausnahme, Beispiel Stadt Bielefeld

Die Stadt Bielefeld hat für die Durchführung einer Dichtheitsprüfung andere Vorgaben. Eine TV-Inspektion kann ausreichend sein als Nachweis für eine Dichtheitsprüfung. Voraussetzung ist, dass bei der optischen TV-Inspektion keine Mängel bzw. Schäden festgestellt wurden und dass alle Grundleitungen lückenlos mittels TV-Kamera befahren werden konnten.

Achtung: Für Abwasseranlagen in Wasserschutzgebieten trifft diese Regelung nicht zu. In Wasserschutzgebieten ist die Prüfung mittels physikalischem Messverfahren anzuwenden.

Eine Dichtheitsprüfung darf nur von einem zugelassenen, zertifizierten Sachkundigen durchgeführt werden. Beauftragen Sie nur Firmen, deren Mitarbeiter über die entsprechende Ausbildung und die erforderlichen Geräte verfügen. Eine Liste der zugelassenen Sachkundigen und Firmen sollte beim Abwasserbetrieb der jeweiligen Kommune vorliegen und kann eingesehen werden.

Prüfen Sie Ihre Bauunterlagen auf vorhandene Kanal-Lagepläne. Falls keine Kanal-Lagepläne vorhanden sind, können Sie bei der Kommune Auskunft einholen über eventuell vorhandene Pläne Ihrer Entwässerungsanlage.

Verschaffen Sie sich im Vorfeld einen Überblick über alle Entwässerungspunkte auf Ihrem Grundstück. Entwässerungspunkte sind Bodeneinläufe oder Fallrohre. Vorhandene Schächte oder Revisionsöffnungen sollten zugänglich sein, um die nötigen Arbeiten zu ermöglichen.

Überprüfen Sie die Versicherungspolice, ob eventuell eine Kostenübernahme oder Beteiligung für die Dichtheitsprüfung möglich ist.

Es werden alle erdverlegten Leitungen auf dem Grundstück geprüft. Es sind die Leitungen, die zum Sammeln oder Fortleiten von Schmutzwasser vorhanden sind. Aber auch Leitungen, wo Schmutzwasser mit Niederschlagswasser vermischt werden, müssen auf Dichtigkeit geprüft werden.

Die Entwässerungssatzung der jeweiligen Stadt regelt die Zuständigkeit der Verantwortung. Hierbei ist genau geregelt, wo die Zuständigkeit der Kommune aufhört und die Verantwortung des Grundstückeigentümers beginnt. In den meisten Städten der Region OWL ist die Grundstücksgrenze auch die Grenze zwischen dem öffentlichen und dem privaten Bereich.

Nein, Regenwasserleitungen sind nicht auf Dichtigkeit zu prüfen, wenn diese nicht an ein Schmutzwassersystem auf dem Grundstück angeschlossen sind.

Hat man den richtigen Versicherer und einen entsprechenden Vertrag, kann die Gebäudeversicherung sehr nützlich sein. Grundsätzlich sollte der Versicherer angesprochen werden. Bei älteren Verträgen sind Schäden an Grundleitungen mitunter versichert.

Unsere Empfehlung:
Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrer Versicherung.

Wenn vor der Inbetriebnahme der Abwasseranlage eine Dichtheitsprüfung durchgeführt wurde und die entsprechenden Prüfprotokolle bei der Behörde vorliegen, ist die dadurch nachgewiesene Dichtheitsprüfung 20 Jahre gültig.

Achtung: Für Abwasseranlagen in Wasserschutzgebieten gelten verkürzte Fristen.

Der §61a, verankert im Landeswassergesetz NRW, verpflichtet zur Prüfung auf Dichtheit bis spätestens 31.12.2015. Für Wasserschutzgebiete gelten verkürzte Fristen für die Dichtheitsprüfung. Für Wohngebiete mit einem Fremdwasserkonzept können durch die Kommune gesonderte Fristen festgelegt werden.

Die Dichtheitsprüfung ist gemäß Rechtsgrundlage 20 Jahre gültig.

Achtung: In Wasserschutzgebieten gelten verkürzte Fristen.

Sollten Erinnerungs- und Mahnschreiben für die Durchführung einer Dichtheitsprüfung beim Grundstückseigentümer keine Beachtung finden, drohen rechtliche Konsequenzen. Die rechtlichen Konsequenzen ergeben sich vornehmlich aus der örtlichen Satzung und können Zwangsmaßnahmen oder Bußgeld bedeuten.

Ich habe kein Geld, um eine Prüfung durchführen zu lassen.
Der Gesetzgeber sagt: Eigentum verpflichtet! Jeder hat dafür zu sorgen, dass sein Eigentum in Ordnung ist und bleibt. Jeder ist selbst dafür verantwortlich.